BDK: Pedro van Duuren mit stehendem Applaus verabschiedet

Was wir in der Bezirksdelegiertenkonferenz ohne Pedro van Duuren von unserer niederländischen Partnergewerkschaft der Algemeen Onderwijsbond (AOb) zukünftig machen werden, ist unklar. Fest steht aber: Der Besuch im Mai 2015 soll nach seinem Willen sein letzter Auftritt auf einer BDK des Bezirksverbandes nach über 30 Jahren gewesen sein. Gegenüber den Delegierten begründete er seinen Entschluss (siehe unten). Am Ende seiner Abschiedsrede wurde Pedro minutenlang mit stehendem Applaus bedacht.
Pedro, wir werden Dich auf unseren Versammlungen vermissen!
mv003Pedros Rede im Wortlaut:

“Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freundinnen und Freunde.
Zuerst möchte ich euch alle herzlich danken für die Einladung für die Bezirksdelegiertenversammlung. Herzlichen Dank dafür. Das gilt auch für meinen Kollegen Theo Koning, der leider wegen seiner Arbeit nicht hier anwesend sein kann, er grüßt Euch ganz herzlich, und er bedauert es sehr, heute hier nicht sein zu können. Er erzählte mir, dass er immer wieder gerührt ist, wenn er diese Einladung empfangt, es bedeutet viel für ihm. Es sind schon mehr als 30 Jahre, das ich eure Bezirksversammlungen besuche. Aber dann soll man auch darauf achten, dass man kein Möbelstück wird. Diesmal aber wird es für mich ein ganz besondere Angelegenheit sein. Mein Grußwort wird auch zugleich ein Schlusswort sein. Denn ich habe beschlossen, dass es heute mein letztes Mal sein wird, das ich hier bin. Ich habe dafür drei Gründe: erstens: ich sehe, dass die Bildungspraxis immer weiter entfernt liegt von dem, was ich immer in der Schule erfahren habe: viele schnelle Änderungen, die es gibt, denen ich nicht allen mehr folgen kann und wobei ich aufpassen soll, dass, wenn ich darüber etwas sage, man mir nicht vorwerfen wird, dass “der Großvater wieder erzählt, wie es damals war”. Das gilt sowohl für die Bildung in den Niederlanden als auch hier in Deutschland. Was kann ich dann noch beitragen? Das zweite: ich habe die Hoffnung, dass jetzt allmählich die Kontakte zwischen AOb und GEW sich vorsichtig aufbauen und intensivieren lassen, seit es seit einiger Zeit ein Hauptvorstandsmitglied für das Rayon Noord gibt, die sich für grenzüberschreitende Kontakte interessiert. Ihre Nam ist Marjan Dijkema, und sie ist heute auch mitgekommen: Marjan wurde neulich wiedergewälht für vier Jahre als Hauptvorstandsmitglied im Rayon Nord der AOb. Anderseits habe ich verstanden, dass Michael Strohschein sich bereit erklärt hat, um den Kontakt mit der AOb aufzunehmen. Das wird ohne Zweifel eine schöne Zusammenarbeit geben können. Das dritte: der Kreis ist rund, und ich meine dabei das Folgende: als wir damals angefangen haben mit den Kontakten zwischen GEW und AOb war das Thema der Berufsverbote ein hot item, der Kampf gegen diese Praxis war intensiv, und viele, auch internationale Organisationen haben sich hierbei bemüht. Die Solidarität war groß. Der AOb war mit dabei. Aber voriges Jahr hat eine Diskussion angefangen in der Regierung von Niedersachsen, so habe ich von Dorothea Vogt verstanden, wobei eine Kommission eingerichtet wurde, um zu untersuchen, wie das damals gegangen ist mit den Betroffenen des Radikalenerlasses und um zu schauen nach einer politischen und gesellschaftlichen Rehabilitierung der Betroffenen. Aber meiner Meinung nach soll auch eine materielle Rehabilitierung stattfinden. Vielleicht ist das noch eine gewerkschaftliche Aufgabe. Und ich denke, dass es gerechtfertigt ist, zu denken, dass damit die Berufsverbotepraxis de facto zum Ende gekommen ist, deshalb meine Bemerkung, dass der Kreis jetzt rund ist, der Kampf ist vorbei. Deswegen, in der Rückschau, glaube ich, dass es jetzt ein guter Moment ist, mich von euch zu verabschieden und ich dachte, dass es nach eine solche jahrzehntelange Zeit nicht mehr als anständig sein würde, es euch so mitzuteilen. Es war gut bei euch zu sein, ich war hier sehr gerne und ich habe viele schöne Erfahrungen gehabt, ich danke euch für die Zusammenarbeit, die Kollegialität, die Freundschaft und ich wünsche euch in der Gewerkschaft, in der Schule und in der Familie alles Gute. Es soll euch weiter gut gehen.
Danke.”