Pädagogische Mitarbeiter*innen an Förderschulen auch im Ganztag einsetzbar

Aber: Die Umsetzung bereitet große Probleme


Ergänzend zum Ganztagserlass sind im April 2015 auch die sogenannten Handreichungen für Vertragsgestaltung bei außerunterrichtlichen Angeboten in Ganztagsschulen fertig gestellt worden. Diese sind den Schulleitungen bekannt gemacht und auch auf die Homepage der Landesschulbehörde eingestellt worden.

Alle Vertragsmuster sind unter www.landesschulbehoerde-niedersachsen.de zu finden:
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Themen > Finanzen > Budget der Schule > Budgetierung der Grundschulen – Pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Grundsätzlich ist es jetzt auch pädagogischen Mitarbeiter*innen an Förderschulen möglich, zusätzlich im Ganztagsbereich eingesetzt zu werden.

Es heißt dazu in den Handreichungen:

1 Auch PM an Förderschulen können im Ganztagsbereich eingesetzt werden. Da für diesen Personenkreis die dienstrechtlichen Befugnisse bei der Niedersächsischen Landesschulbehörde liegen, wenden Sie sich bitte bei einem entsprechend geplanten Einsatz an Ihre zuständige Ansprechpartnerin/Ihren zuständigen Ansprechpartner im Fachbereich Service.

Was so vielsprechend klingt und bei vielen PM an Förderschulen die Hoffnungen auf volle Verträge nährt, ist bei näherer Betrachtung leider im Wesentlichen eine Luftnummer. Grundsätzlich gilt: Es ist möglich – aber problematisch!
Bereits die Einstufung führt zu Problemen. Ausgebildete PM an FÖS werden nach Entgeltgruppe 9 entlohnt, während die Einstufung im Ganztag maximal mit Entgeltgruppe 8 festgelegt ist. Damit würden PM aus Förderschulen die Ganztagsschuletats der Schulen stärker belasten. Aber Qualität kostet eben!

Das größte Problem stellt jedoch die Vertragsgestaltung dar! Es ist vertragsrechtlich nicht möglich PM an Förderschulen eine befristete Stundenerhöhung aus dem Ganztagsbereich zu ermöglichen. Da es an einem echten Sachgrund mangelt, müssen diese Verträge unbefristet vereinbart werden. Diese unbegrenzte Vertragsbindung schreckt Schulen und Verwaltung ab.

 

Dabei würde dieser erweiterte Einsatz nachdrücklich Sinn machen. Gerade im Ganztag von Förderschulen wäre sicher die Betreuung von Schülerinnen und Schülern durch die hauseigenen, fachlich fundiert arbeitenden Fachkräfte die mit Abstand beste Lösung. Durch die finanziellen Rahmenbedingungen sind FÖS jedoch gezwungen, zusätzliches (schlechter ausgebildetes) Ganztagspersonal einzustellen. Dies geschieht zum Nachteil der pädagogischen Fachkräfte, die seit Jahren auf volle Verträge hoffen, und zum Nachteil der Kinder, deren großer Betreuungsaufwand nur fachlich fundiert aufgefangen werden kann. Ein Personalwechsel zur Mittagszeit ist pädagogisch eine schlechte Lösung.
Unsere Forderungen: Zwangsteilzeit auflösen und den Ganztag besser finanzieren!