Förderschulen sind personell notorisch unterversorgt…

Förderschulen sind personell nicht gut ausgestattet. In der Regel liegt die Unterrichtsversorgung deutlich unter 100 % und in einigen Schulen sogar dauerhaft bei rund 80%. Damit können nicht nur die Aufgaben in den Förderschulen, sondern auch die Aufgaben und Erwartungen durch die Inklusion nur unzureichend erfüllt werden. Eine (Über-) Belastung der Förderschullehrkräfte ist zu verzeichnen – zum Teil sind gewaltige Mehrarbeitsstunden geleistet worden.

Auch der zweite Personalbereich in Förderschulen wird zum Teil stiefmütterlich behandelt. Obwohl es einen sogenannten Zuweisungserlass des Kultusministeriums für den Einsatz von pädagogischen und therapeutischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gibt, ist die Realität in den Förderschulen durchaus anders. Ganz besonders betroffen durch die zurückhaltende Einstellungspraxis sind dabei die Förderschulen für emotionale und soziale Entwicklung.

Seit Jahren hat das Kultusministerium keine neuen Stellen für PM an Förderschulen mehr zur Verfügung gestellt. Die Unterversorgung ist eklatant. Inzwischen gibt es auch klare und deutliche Worte aus den betroffenen Schulen, die diese Defizite kaum noch verantworten können und dringend personelle Entlastung benötigen.

Denn eines klar: Gute Arbeit kann nur unter guter personeller Ausstattung geleistet werden! Und gefordert werden keine Unmöglichkeiten, sondern nur das, was der Erlass inhaltlich vorgibt.

Der bestehende Erlass muss im Prinzip nur eins zu eins durch das Kultusministerium umgesetzt werden:

Zuweisung von Pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Schülerinnen und Schüler mit einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung in den Förderschwerpunkten emotionale und soziale Entwicklung, geistige Entwicklung sowie körperliche und motorische Entwicklung 
RdErl. d. MK v. 7.5.2013 – 15-84 033 (SVBl. 6/2013 S.220) – VORIS 22410 –
Bezug: RdErl. d. MK v. 23.9.2008 – 34-84 033 (VORIS 22410)

  1. Förderschulen mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung und körperliche und motorische Entwicklung

In den Förderschulen mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung und körperliche und motorische Entwicklung werden für die pädagogische Begleitung im Unterricht und für damit zusammenhängende Arbeiten sowie für therapeutische Maßnahmen insgesamt

  • bei ganztägigem Unterricht 46 Zeitstunden pro Klasse

und

  • bei halbtägigem Unterricht 35 Zeitstunden pro Klasse

für Pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereit gestellt.
Damit sind die Präsenzzeiten (Unterricht und Pausen) und die Stunden für weitere Tätigkeiten abgedeckt.

  1. Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung

Ab dem Schuljahr 2013/2014 werden, aufsteigend ab dem ersten Schuljahrgang, allen öffentlichen Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung

  • bei ganztägigem Unterricht 36 Zeitstunden pro Klasse

und

  • bei halbtägigem Unterricht 30 Zeitstunden pro Klasse

von Pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die pädagogische Begleitung im Unterricht bereit gestellt.

Damit sind die Präsenzzeiten (Unterricht und Pausen) und die Stunden für weitere Tätigkeiten abgedeckt.

  1. Allgemein bildende Schulen ohne Förderschulen

Diesen Schulen können je Schülerin oder je Schüler mit einem festgestellten Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung der Schwerpunkte geistige Entwicklung bzw. körperliche und motorische Entwicklung bedarfsorientiert bis zu fünf Stunden für eine Pädagogische Mitarbeiterin bzw. einen Pädagogischen Mitarbeiter bereit gestellt werden.

  1. Schlussbestimmungen

Der RdErl. tritt am 1.8.2013 in Kraft und mit Ablauf des 31.7.2018 außer Kraft.