Tagung der Fachpraxislehrkräfte: Inklusion im fachpraktischen Unterricht an der BBS

Die alljährliche Frühjahrstagung der AG Fachpraxislehrkräfte fand in Bad Zwischenahn statt. Es hatten sich 30 Lehrkräfte für Fachpraxis (LfFp) aus allen Teilen Niedersachsens eingefunden, von Leer bis Bad Harzburg und von Osnabrück bis Cuxhaven.

Die Frage „Wie läuft die Inklusionan den BBSen?“ hatte sich die AG Fachpraxislehrkräfte für Donnerstag, 28. Februar, auf die Tagesordnung gesetzt. Um hierzu den Kenntnisstand und die Sichtweise der GEW-Landesebene darzustellen, war als Referent Holger Westphal (SHPR für den Bereich Förderschulen) gewonnen worden.  Er gab hilfreiche Hinweise und Auskünfte, wie Inklusion funktionieren kann, vor allem aber wo wir Lehrkräfte uns zusätzliche Hilfen und detaillierte Informationen holen können. Zu nennen ist u.a. die Handreichung des Niedersächsischen Kultusministeriums mit dem Titel „Handlungsoptionen für die inklusive Berufsbildende Schule“, die unter http://www.bbs.nibis.dezu finden ist. 

Außerdem empfahl Holger Westphal, bei Beratungsbedarf die RZI (Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentren Inklusive Schule)in Anspruch zu nehmen. In den RZI arbeiten Expertinnen und Experten, die in allen Fragen sonderpädagogischer Förderung und Unterstützung kompetent Auskunft geben können.

Weitere Hilfestellungen können die Mobilen Dienste geben. Die Informationsseiten der Mobilen Dienste findet man auf der Internetseite der Landesschulbehörde Niedersachsen.

Es gibt den

  • Mobiler Dienst Hören
  • Mobiler Dienst Sehen
  • Mobiler Dienst Förderschwerpunkt Körperliche und Motorische Entwicklung (KME) .

Am Nachmittag beschäftigten wir uns unter der Überschrift „Autismusim fachpraktischen Unterricht“. mit einem speziellen Aspekt der Inklusionsproblematik. Hierzu referierte Bettina Heeren (Dipl. Sozialpädagogin und Therapeutische Leiterin des Autismus-Therapiezentrums Oldenburg). Sie erläuterte, welche Symptome und Erkennungsmerkmale bei Menschen mit Autismus beobachtbar sein können und in welcher Weise damit im Schulalltag umgegangen werden sollte. Derzeit fehlt es den LfFp häufig an Informationen zu den Schülern mit dieser Diagnose. Erschwerend kommt hinzu, dass die Erscheinungsformen dieser Besonderheit sehr unterschiedlich sein können. 

Unsere Beobachtung ist, dass in unseren Lerngruppen solche besonderen Schüler immer häufiger anzutreffen sind. Nach dem Referat von Frau Heeren sehen wir uns jetzt etwas besser auf die Arbeit mit solchen Schülern vorbereitet. So wird es uns in Zukunft hoffentlich (?)besser gelingen, auch diesen Schülerinnen und Schülern in den verschiedenen BBS- Schulformen gerecht zu werden und die Klassengemeinschaften dadurch zu stärken. 

Es folgte ein Bericht von Petra Vandrey-Lehmbeck über die Arbeit mit geistig behinderten Menschen an der Justus-von-Liebig Schule in Hannover-Ahlem.  Hier arbeitet man erfolgreich daran, die Schülerinnen und Schüler im Bereich Gartenbau so weit fit zu machen, dass sie anschließend im ersten Arbeitsmarkt tätig werden können.

Quelle: Sonja Weiß
“Zauberbaum”: Fachpraxis im Jahr 2025

Am zweiten Tag unseres Treffens war als Referentin Heidi Schuldt (Geschäftsführerin und Rechtsanwältin der GEW Niedersachsen) bei uns zu Gast. Mit uns untersuchte sie die Perspektiven für Fachpraxislehrkräftein Bezug auf deren Tätigkeiten an den Schulen und auf das berufliche Fortkommen. Sie zeigte Wege auf, wie es möglicherweise gelingen könnte, uns LfFp gemäß unseren Ausbildungen und erworbenen Qualifikationen einzusetzen und endlich auch besoldungsmäßig angemessen einzustufen. Die Landes-GEW wird uns darin unterstützen, die aktuell unbefriedigende Situation der LfFp gerechter zu gestalten. 

Zum Ende der Tagung gab es aus der Arbeit der Landesfachgruppe Berufsbildende Schulen einen Bericht der Fachpraxislehrkräfte Ricarda Knopf und Ilona König.

Schließlich stellten die Organisatorinnen der AG einen formulierten Antragsvorschlag vor, der das Ziel hat, die Arbeitsgruppe Fachpraxislehrkräfte in einen eigenständigen Ausschuss umzuwandeln. Ein solcher Ausschuss könnte innerhalb der GEW dann erheblich flexibler agieren als die bisherige Arbeitsgruppe.  Von allen Teilnehmern wurde dieser Antragsvorschlag begrüßt, so dass nun entsprechende Schritte eingeleitet werden können.

Weitere Informationen von der AG Fachpraxislehrkräfte sind auf unserer Homepage zu finden

Homepage: http://gewweserems.de/category/fachgruppe/fg-fachpraxis/

oder direkt per E-Mail unter fachpraxis@gewweserems.deanzufordern!

Ute Scholz und Sonja Weiß

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