Gewerkschaftliche Perspektiven und Möglichkeiten solidarischer Unterstützung
Zum Jahresanfang griffen Truppen der syrischen Übergangsregierung unter dem selbsternannten Präsidenten Ahmed Al-Scharaa – einem ehemaligen Al-Qaida-Kämpfer – gemeinsam mit verbündeten islamistischen Milizen die Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien (Rojava) an. Auch wenn eine Waffenruhe erzielt werden konnte und aktuell weitere Verhandlungen insbesondere zur Zukunft des Bildungsbereichs stattfinden, bleibt die Situation angespannt.Fortschritte, die in Rojava erzielt wurden, sind nun akut bedroht: Im Bildungsbereich wurde ein basisdemokratisch organisiertes Bildungssystem aufgebaut. Öffentliche Schulen arbeiten mit einem mehrsprachigen Lehrplan, in dem Kurdisch, Arabisch und Aramäisch gleichberechtigt neben Englisch unterrichtet werden. Es besteht die Gefahr, dass dieses öffentliche, inklusive und säkulare System durch ein autoritäres oder islamistisch geprägtes Modell ersetzt wird, das die Gleichstellung der Geschlechter und die Rechte von Lehrkräften und Schüler*innen untergräbt.
Auch in humanitärer Hinsicht bleibt die Lage in Nord- und Ostsyrien dramatisch: Der reguläre Unterricht ist zum Erliegen gekommen weil Schulen als Notunterkünfte für vertriebene Familien gebraucht werden. Statt Klassenräumen gibt es Schlafplätze; statt Tafeln und Lehrplänen Menschen, die vor den Kämpfen aus anderen Teilen der Demokratischen Selbstverwaltung von Rojava geflohen sind.
In einem online-Austausch mit der GEW-Partnergewerkschaft Union of Teachers of North and East Syria (UTNES) und mit der Initiative Solardarity möchten wir über die aktuelle Situation in Rojava und die Möglichkeiten für eine solidarische Unterstützung im Bildungsbereich sprechen.
Die Bildungsgewerkschaft UTNES vertritt circa 40.000 Lehrkräfte in Nord- und Ostsyrien. Die GEW arbeitet eng mit UTNES in mehreren gewerkschaftlichen Initiativen und im globalen Dachverband Education International zusammen.
Die ehrenamtlichen Initiative Solardarity (https://www.solardarity-rojava.org/) unterstützt unter anderem Schulen bei der Ausstattung mit Solaranlagen.
Begrüßung:
Maike Finnern, GEW-Vorsitzende
Referent*innen:
Nesrîn Reşik, UTNES, Nord- und Ostsyrien
Thomas Schmitt und Christopher Wimmer, Solardarity
Moderation:
Carmen Ludwig, GEW
Die Veranstaltung findet mit Simultanübersetzung auf Deutsch statt und wird vom GEW-Hauptvorstand in Kooperation mit Solardarity organisiert.
Termin: 18.05.26 17 – 19 Uhr
Anmeldung und Infos hier: https://www.gew.de/veranstaltungen/detailseite/rojava-inklusive-bildung-in-gefahr