Psychische Belastung bei Kindern und Jugendlichen steigt

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Das Deutsche Schulbarometer stellt einen Zusammenhang zwischen psychischer Belastung von Kindern und Jugendlichen und schwacher Einkommenssituation der Familie fest. Die GEW fordert daher, die soziale Infrastruktur zu stärken.

Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland nimmt erstmals nach der Corona-Pandemie wieder zu. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Deutschen Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung hervor. Laut der repräsentativen Studie fühlt sich ein Viertel der Schülerinnen und Schüler psychisch belastet (2025: 25 Prozent, 2024: 21 Prozent). Die soziale Herkunft ist dabei entscheidend: Kinder aus einkommensschwachen Familien berichten überdurchschnittlich häufig von psychischer Belastung (31 Prozent), geringem schulischem Wohlbefinden (29 Prozent) und niedriger Lebensqualität (36 Prozent). Zugleich empfindet fast die Hälfte aller Befragten hohen Leistungsdruck und gibt an, auch am Wochenende für die Schule lernen zu müssen.

„Die mentale Gesundheit der Kinder darf nicht von den finanziellen Ressourcen der Eltern abhängen.“ (Anja Bensinger-Stolze)

„Die Befunde sind besorgniserregend und zeigen einen riesigen Handlungsbedarf“, sagte Anja Bensinger-Stolze, GEW-Vorstandsmitglied Schule, in Frankfurt am Main. „Die mentale Gesundheit der Kinder darf nicht von den finanziellen Ressourcen der Eltern abhängen. Die Versorgung mit (schul)psychologischen und therapeutischen Angeboten sowie die Schulsozialarbeit müssen dringend ausgebaut und verbessert werden.“ 

Wohlbefinden zum Indikator für Schulqualität machen

Kürzungen bei der sozialen Infrastruktur seien in der aktuellen gesellschaftlichen Lage mit Krisen und Kriegen der falsche Weg. So sei das Programm Mental Health Coaches an Schulen mit dem Bundeshaushalt 2026 gestrichen worden; in Hessen würden Ressourcen an Schulen in Brennpunkten eingespart. „Das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte an Schulen muss in der schulpolitischen Debatte einen höheren Stellenwert bekommen“, betonte die GEW-Expertin. Nötig seien eine zeitliche Entlastung der Lehrkräfte und der Ausbau multiprofessioneller Teams. Die GEW plädiert dafür, das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte zum Indikator für die Schulqualität zu erheben, zum Beispiel im Startchancenprogramm.