Abordnungskarussell dreht sich weiter

Abordnungswelle

Mit der aktuellen Schulstatistik vier Wochen nach Unterrichtsbeginn ist klar: Das Abordnungskarussell dreht sich weiter. Noch immer sind Schulen im Primarbereich unterversorgt, z.T. sogar unter 90 Prozent.

Die GEW hat in diversen Publikationen bereits deutlich gemacht, wie sie zu dem Zeitpunkt der vielen Abordnungen zum Schuljahresanfang steht, sie hat aber begründet, warum Grundschulen eine 100%ige Versorgung benötigen.

Auch vor dem Hintergrund der durchaus unterschiedlichen Lehramtsausbildungen und der daraus resultierenden Schwerpunktbildung hinsichtlich Fachlichkeit kann niemand eine überversorgte weiterführende Schule neben einer total unterversorgten Grundschule gutheißen. Viele Kolleg*innen haben verstanden, dass in dieser Situation ausgeholfen werden muss. Das ändert nichts daran, dass zu dieser Situation maßgeblich die Entscheidungen der alten CDU-FDP-Landesregierung geführt haben und dass die rot-grüne Landesregierung die Angelegenheit lange unterschätzt hat.

Die GEW bedankt sich an dieser Stelle ausdrücklich bei all denjenigen Kolleginnen und Kollegen, die sich solidarisch gezeigt haben und zeigen und sich der besonderen He-rausforderung des Unterrichtens an einer anderen Schulform stellen.

Deutlich distanziert sich die GEW auch von alternativen Vorschlägen, die seitens des Philologenverbandes an das Kultusministerium herangetragen wurden, um dem Lehrkräftemangel entgegenzuwirken:

  • eine Verlangsamung bei der Rückerstattung des Arbeits-zeitkontos,
  • eine begrenzte freiwillige Mehrarbeit für Grundschul-lehrkräfte oder
  • eine einstündige Erweiterung des Unterrichts für Teilzeitkräfte.

Diese absurden Forderungen konterkarieren die Ergebnisse der GEW-Arbeitszeitstudie, die belegen, dass neben den Gymnasiallehrkräften insbesondere auch Kolleginnen und Kollegen des Primarbereichs sowie Teilzeitlehrkräfte an allen Schulformen über Maß belastet sind.(Nähere Infos bzgl. Forderungen der GEW zum Umgang mit dem Lehrkräftemangel unter: www.gewweserems.de)

Wie geht es jetzt weiter?

Laut Aussage von Landesschulbehördenpräsident Dempwolf würden die schulfachlichen Dezernentinnen und De-zernenten „ihre“ Schulleitungen dahingehend beraten, dass

  • der Einsatz von Gymnasiallehrkräften nach Möglichkeit in den Klassenstufen 3 und 4 erfolgen soll,
  • der Einsatz möglichst in den studierten Fächern erfolgen soll,
  • bei der Erteilung von Hauptfächern darauf geachtet werden soll, dass Doppelstunden erteilt werden können.

Die Formulierungen machen deutlich: Ausnahmen werden die Regel bestätigen…

Bei Problemen im Einsatz der Abordnung können sich Kolleginnen und Kollegen selbstverständlich an die Mitglieder des Schulbezirkspersonalrats wenden!

weitere Informationen zum Abordnungsverfahren unter:

www.gewweserems.de/fragen-und-antworten-zum-thema-abordnung

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